Die wichtigsten Punkte in Zusammenfassung:

1. Wege der Verständigung
Ansprechpartner der Künstlerinnen sind bei allen Fragen zur Vereinsarbeit die Fachbeirätinnen. Sie stellen die Kommunikation innerhalb der Fachgruppen sicher und entwickeln mit den Künstlerinnen Projekt- und Veranstaltungsvorschläge.
Sie vertreten die Interessen der Künstlerinnen gegenüber dem Vorstand.
Sie unterstützen den Vorstand in künstlerischen Fragen bei der Realisierung von Projekten.
Die Fachbeirätinnen sind Mitglieder des erweiterten Vorstandes.

Der Entwicklung und Erarbeitung besonders auch interdisziplinärer Projekte und des Austauschs zwischen den Fachgruppen dient der Jour Fixe Général, der von den Fachbeirätinnen aller Gruppen (lt Satzung monatlich) alternierend einberufen, geleitet und per Protokoll dokumentiert wird. Mitglieder des Vorstandes können dazu eingeladen werden, sind aber nicht obligatorisch dabei. Der JF ist eine Gesprächsrunde der Künstlerinnen. Die Ergebnisse des JF und eventuelle aufgetretene Fragen und Probleme werden im Vorstand bzw. Erw. Vorstand besprochen.  Die gemeinsam gefundenen Lösungen werden wiederum beim nächsten JF mitgeteilt.

2. Projektentwicklung und Realisierung
Ansprechpartnerinnen für Projektideen sind wiederum die Fachbeirätinnen.
Projekt- und Veranstaltungsideen können von jeder Künstlerin mündlich oder schriftlich an diese eingereicht werden. Zur zügigen Entwicklung und Realisierung von Projekten wird die Bildung von Projektgruppen angeregt. Mitglieder des Vorstandes können beratend bei der Projektentwicklung hinzugezogen werden.
Projekte von Einzelkünstlerinnen können grundsätzlich nicht berücksichtigt werden.
Jedes Mitglied kann sich für die Teilnahme an Projekten und Veranstaltungen bewerben.
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Alle Projekte werden juriert und kuratiert.

3. Vorstandsentscheidungen
Die Entscheidung über die zu realisierenden Projekte sowie über deren Finanzierung liegt beim Vorstand. An dessen Entscheidungsfindung sind die Fachbeirätinnen (s.o.) direkt beteiligt. Dem Vorstand obliegt die Geschäftsführung. Er ist Mitgliedern und Förderern sowie der zuständigen Senatsverwaltung gegenüber verantwortlich für die Realisierung der Projekte und die ordnungsgemäße Abwicklung der Finanzen.

Nach Bestätigung der Projekte durch den Vorstand und die fördernden Institutionen, ist eine Änderung in Inhalt und Finanzierung der Projekte nur in begründeten Ausnahmefällen und unter Wahrung des finanziellen Rahmens auf Antrag möglich.

Über o.g. Fragen hinaus kann sich jede Künstlerin mit Problemen und Anregungen direkt an die Mitglieder des Vorstandes wenden.

Ein Vorzug der GEDOK und eine Stärke ist ihre Zusammensetzung aus Mitgliedern aller künstlerischen Sparten. Dieses besondere Profil der GEDOK bildet die Grundlage für die Begegnung und den Austausch der Kunstgattungen, für das Entstehen konkreter künstlerischer Werke im grenz- und spartenübergreifenden Kontext, für interdisziplinäre Projekte.

Angewandte Kunst

Die Angewandte Kunst (AK) umfasst die handwerkliche, maschinelle oder industrielle Herstellung von Gebrauchsgegenständen und Schmuck mit künstlerischem Anspruch. Als Materialien dienen vorwiegend Glas, Holz, Keramik, Metall, Leder und Textilien. Typische Beispiele für diese Kunstgegenstände werden in Museen für Angewandte Kunst gesammelt und ausgestellt.

Zur Angewandten Kunst zählt in der GEDOK auch Design. In Berlin ist die Angewandte Kunst mit der Sparte Bildende Kunst zusammengeschlossen. Künftig wird die GEDOK u.a. zugänglich sein für Architektinnen und Designerinnen, sofern diese ihre künstlerische Befähigung nachweisen und sich einer Aufnahme-Jury stellen wollen.

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Bildende Kunst
Die Künstlerinnen der bildenden Kunst (BK) bilden die größte Sparte der GEDOK. In der BK sind die Disziplinen Bildhauerei, Malerei, Grafik, künstlerische Fotografie, Installation und Video/Neue Medien im weiteren Sinne auch Architektur zusammengefasst.

Besonders in der zeitgenössischen Kunst gibt es viele fließende Übergänge zwischen den Kunstformen, so dass die bildende Kunst oft nicht mehr eindeutig als ein Fachbereich und auch nicht von den anderen Künsten abzugrenzen ist.

Ausstellungen und Projekte werden in der Regel nach Themen aus geschrieben. Ausschlaggebend für die Beteiligung an Ausstellungen und künstlerischen Projekten ist die Auswahl durch eine Jury, die sowohl mit externen Fachleuten als auch mit Vertreterinnen der GEDOK besetzt ist.

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Darstellende Kunst
Diese Gruppe ist die zusammenfassende Bezeichnung für Schauspiel- und Tanzkunst (Sprache, Mimik, Gestik) und deren einzelne Fachbereiche, samt Regie auch in Oper und Musical. Die Darstellende Kunst (DK) war immer eine sehr kleine Gruppe innerhalb der GEDOK. Doch haben ihre Mitglieder manchmal die Geschichte der GEDOK entscheidend mit beeinflusst.

Die bedeutende und weltberühmte Pionierin des Ausdruckstanzes Mary Wigman war Ehrenmitglied.

Literatur
Als Sparte der GEDOK wird unter Literatur (L) vorwiegend die „Schöne Literatur“ verstanden, also Belletristik, Dramen, Lyrik, Romane, Erzählungen und literarische Biographien. Im weiteren Sinn gilt Literatur als der Bereich aller sprachlichen Überlieferung einer Nation.

Im engen Sinn als der Bereich der Werke, die als künstlerische Leistungen Besprechungen verdienen und sich in der „Zeichenhaftigkeit“ deutlich von journalistischen Arbeiten abheben. Lesungen, für Schriftstellerinnen so wichtig wie Ausstellungen für bildende Künstlerinnen, ermöglichen die öffentliche Präsentation von Neuerscheinungen aber auch von unveröffentlichten Texten.

Die Stiftung des GEDOK-Literatur-Preises gehört zu den wichtigsten Initiativen der Jahrzehnte nach der Neugründung. Der Preis wird alle drei Jahre verliehen und würdigt ein literarisches Gesamtwerk. Er ging 1968 an die Lyrikerin Hilde Domin als erste Preisträgerin. Auf ihr Betreiben wurde 1971 ergänzend der GEDOK-Förderpreis für Nachwuchs-Autorinnen eingerichtet.

1998 erhielt Herta Müller den GEDOK-Literaturpreis und den Förderpreis die Berliner Autorin Kathrin Schmidt.

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Musik
Unter Musik (M) als Tonkunst werden üblicherweise Komposition, Werke der Musikliteratur sowie die Aufführung musikalischer Werke zusammengefasst.

Avantgardistische Komponisten verzichten ganz bewusst auf Rhythmus, Harmonie oder Melodie und sprengen so die Grenzen der traditionellen Musik. Entsprechend der Einteilung der Musik durch die GEMA in so genannte E-Musik (Ernste Musik) und U-Musik (Unterhaltungs- und Populär-Musik) legt die GEDOK den Schwerpunkt der Förderung in den Bereich der E-Musik.

Sie unterscheidet zwischen Interpretation bereits vorhandenen Repertoires und zeitgenössischer Komposition durchkomponierter oder frei improvisierter Musik. So sind Komponistinnen, Dirigentinnen, Sängerinnen, Instrumentalistinnen und auch Musikwissenschaftlerinnen in dieser Sparte vertreten.

Der Arbeitsschwerpunkt der Gruppe Musik liegt darin, Komponistinnen durch Aufführungen ihrer Werke in Konzerten zu fördern. Die Vergabe von Kompositionsaufträgen an junge Komponistinnen und die Aufführung dieser Werke sind ein vorrangiges Anliegen, das jedoch mit eingeschränkten Finanzmitteln oft nur schwer zu realisieren ist.

Ein weiterer, wichtiger Schwerpunkt der Berliner GEDOK besteht darin, vergessene oder unbekannte Komponistinnen – meist aus dem 19 Jahrhundert – durch die Aufführungen ihrer Werke einem Publikum wieder oder überhaupt bekannt zu machen.

Konzerte von Porträts international anerkannter Komponistinnen wurden in den letzten Jahren in unterschiedlicher Form aufgeführt, darunter neben Fanny Hensel-Mendelssohn und Clara Schumann-Wieck das Projekt Nadja Boulanger (dokumentiert auf CD).

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Das Arbeitsprofil der Gruppe Musik steht am Ende einer langen Entwicklung, deren Beginn mit der Wiedergründung der GEDOK Berlin im Jahr 1960 eingeleitet wurde. Ohne die aktive Mitarbeit von Interpretinnen und Komponistinnen über diesen langen Zeitraum hinweg, wäre die Entwicklung eines eigenständigen Profils im pluralistischen Kulturbetrieb Berlins nicht möglich gewesen.

 

Der Arbeitsschwerpunkt der Gruppe Musik liegt seit 1990 darin, Komponistinnen durch Aufführungen ihrer Werke in Konzerten zu fördern. Die Vergabe von Kompositionsaufträgen an junge Komponistinnen und die Aufführung dieser Werke sind ein vorrangiges Anliegen, das jedoch mit eingeschränkten Finanzmitteln oft nur schwer zu realisieren ist.

 

Konzerte von Porträts international anerkannter Komponistinnen haben wir in den letzten Jahren in unterschiedlicher Form aufgeführt, darunter das Projekt Nadja Boulanger (dokumentiert auf CD). Wir waren beteiligt am wissenschaftlichen Symposion über Fanny Hensel 1998 und am interdisziplinären Symposion zum 900. Geburtstag von Hildegard von Bingen im gleichen Jahr.

 

Überlieferte Werke von Komponistinnen reichen zurück bis ins Mittelalter, und die Spanne der Projekte ist entsprechend breit gefächert, wobei immer ein besonderer Schwerpunkt auf Projekten der zeitgenössischen Musik liegt. Um zeitgenössische Musik im Besonderen zu fördern, haben sich Musikerinnen der GEDOK Berlin zum Ensemble PrismaBerlin zusammengeschlossen.

Lesungen, für Schriftstellerinnen so wichtig wie Ausstellungen für bildende Künstlerinnen, ermöglichen die öffentliche Präsentation von Neuerscheinungen, aber auch von unveröffentlichten Texten. Ab 1960 fanden Gruppentreffen und Lesungen in privatem Rahmen statt, meist in den Häusern von Kunstfreundinnen, wo oft nicht nur Texte vorgetragen, sondern auch Werke der bildenden Kunst und/ oder kunsthandwerkliche Arbeiten gezeigt wurden, manchmal zusätzlich umrahmt von Musikdarbietungen; Salon-Atmosphäre, die nicht selten unterstützt durch Bewirtung seitens der Gastgeberinnen, Möglichkeiten zu Meinungsaustausch und freundschaftlichen Kontakten bot.

 

Neben diesen halb-privaten Kunstpräsentationen entfaltete die Literaturgruppe in dem der Neugründung folgenden Jahr 1961 vielfältige Aktivitäten. So wurde im Januar anläßlich der Klee-Ausstellung zu einer Diskussionsrunde im Haus einer Kunstfreundin eingeladen, Ingeborg Drewitz hatte eine Lesung im Viktoria-Studienhaus. Im Februar fand im Deutschen Bühnen-Club eine literarisch-musikalische Veranstaltung mit Werken jüdischer Dichterinnen und Komponistinnen statt, es folgten weitere Lesungen, ein Virginia-Woolf-Abend, sowie eine Gedenkveranstaltung für Gottfried Benn. Autorinnen der GEDOK beteiligten sich in ihren Gruppen an den allgemeinen Auseinandersetzungen um Bedeutung und Stellung der Literatur und des Schriftstellers in Gesellschaft und Politik.

 

Ab Mitte der 60er Jahre wurde die Position der Frau in der Literatur allgemein und in Texten von Autorinnen thematisiert. Neue stilistische Akzente und die emanzipatorischen Leistungen von Schriftstellerinnen wurden reflektiert. Ingeborg Drewitz veröffentlichte 1965 ihre Untersuchung über die Berliner Salons (Sammelreihe "Berliner Reminiszenzen"). 1968 übernahm sie die Leitung der Berliner Literaturgruppe. Die Aktivitäten der 60er und 70er Jahre beschrieb sie wie folgt: "... in den 60er Jahren ist eine Veränderung erkennbar, werden internationale Kontakte mit den Herausgeberinnen der Zeitschrift "L´Expressionisme" in Paris gesucht, führe ich einen Veranstaltungskalender aller GEDOK-Aktivitäten in der Zeitschrift "Der Literat" ein. ...und entschließt sich die Lyrikerin Marierosa Steinbüchel-Fuchs in Köln, einen GEDOK-Literaturpreis, den "Ida-Dehmel-Preis" zu stiften. Wieder werden namhafte Autorinnen gewonnen und wird 1977 die Ausstellung "Frauen in der deutschsprachigen Literatur seit 1945" zur Jahrestagung in Freiburg eröffnet. Die Ausstellung, die ich ausrichten durfte... hatte in acht bundesdeutschen Großstädten und in den Goethe-Instituten Italiens schöne Erfolge, bis sie... in der neuen Stadtbibliothek Wiesbaden zuletzt gezeigt und dort archiviert wurde."

 

Die Stiftung des GEDOK-Literatur-Preises gehört zu den wichtigsten Initiativen der Jahrzehnte nach der Neugründung. Der Preis wird alle drei Jahre verliehen und würdigt ein literarisches Gesamtwerk. Er ging 1968 an die Lyrikerin Hilde Domin als erste Preisträgerin. Auf ihr Betreiben wurde 1971 ergänzend der GEDOK-Förderpreis für Nachwuchs-Autorinnen eingerichtet.

 

Jahre später erst formulierten in der Frauenbewegung engagierte Künstlerinnen die Notwendigkeit von Preis-Vergaben an Künstlerinnen, um auf sie aufmerksam zu machen, ihr Werk zu honorieren und auch um die Bedeutung von Namensgeberinnen zu unterstreichen und öffentlich zu machen.

 

In den 70er Jahren veranstalteten die Berliner Autorinnen die Reihe "Autorinnen stellen sich vor", die "Indischen Wochen" sowie Lesungen von Aldona Gustas. Die "Dienstagsrunde" mit Literatur und Musik und die "Mittwochsrunde" mit Lesungen wurden eingerichtet. Ingeborg Drewitz wurde Vizepräsidentin des Deutschen Pen-Clubs und übernahm die Redaktion der Zeitschrift "Frauen". 1975 gab sie das Sonderheft "Frauen International" heraus.

 

Die Ausstellung "Gegenlicht  60 Jahre GEDOK", 1986, zeigte Werke von Autorinnen in einer Sonderschau. Auch im Rahmen der Freien Berliner Kunstausstellung (FBK) wurden Buchpräsentationen und Lesungen von Autorinnen der GEDOK veranstaltet. Diese Möglichkeit endete 1995 mit der Abschaffung der FBK.

 

Ende der 80er Jahre begannen Kontakte mit Schriftstellerinnen aus Ost-Berlin, nach dem Fall der Mauer traten der GEDOK neue Mitglieder aus der DDR bei. GEDOK-Gruppen bildeten sich später auch in Ostdeutschland, 1998 fand die Delegiertenversammlung in Leipzig statt, mit der Verleihung des GEDOK-Literaturpreises an Herta Müller und des Förderpreises an Kathrin Schmidt.

 

Durch neue elektronische Medien und neoliberale Trends in der Gesellschaft begann in den 90er Jahren ein Erosionsprozeß im Verlagswesen: Die Herstellung von Texten und die Produktion von Büchern wird sich in den kommenden Jahrzehnten grundlegend verändern. Autorenlesungen verloren an Bedeutung, selbst in Berlin, der klassischen Stadt der Lesungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Möglich, daß die GEDOK in Zukunft nicht nur eigene Ausstellungsräume, sondern auch einen eigenen Verlag und ein eigenes Vertriebswesen braucht, um Autorinnen künftig so zu fördern und zu unterstützen, wie es ihren veränderten Bedürfnissen in sich wandelnden Zeiten entspricht.

Die Darstellende Kunst war immer eine sehr kleine Gruppe innerhalb der GEDOK. Nach der Neugründung hat sie meist nicht mehr als 10 Mitglieder umfaßt. Doch haben ihre Mitglieder manchmal die Geschichte der GEDOK entscheidend mitbeeinflußt.

 

Die Schauspielerin Mary Schneider-Braillard beispielsweise, schon ein Mitglied der GEDOK Berlin in den dreißiger Jahren, übernahm bei der Neugründung der GEDOK Berlin 1960/61 den 1. Vorsitz. Die bedeutende und weltberühmte Pionierin des Ausdruckstanzes Mary Wigman war Ehrenmitglied.

 

Und auch in den Jahren 1987/88 übernahm die Schauspielerin, Regisseurin und spätere Intendantin des Kleist Theaters in Frankfurt/Oder, Marie-Luise Preuss, die Rolle der 1. Vorsitzenden in Berlin.

 

Leider sind bis jetzt wenig Unterlagen im GEDOK-Archiv greifbar, anhand derer man die Aktivitäten und Projekte dieser frühen und auch der folgenden Jahre dokumentieren könnte. Doch hat es damals wie auch heute eine rege Zusammenarbeit mit der Gruppe Musik gegeben. Dokumentiert ist beispielsweise ein Abend unter Mitwirkung von Mary Schneider-Braillard mit Werken jüdischer Dichterinnen und Komponistinnen "Auftakt Memoriam Ausklang" 1961. "Exil und Exodus", ein Projekt der Gruppen Darstellende Kunst, Literatur und Musik, im Rahmen des deutsch-israelischen Ausstellungsprojektes "Kunst sehen" im Juni 1999, und die im Jahr 2000 in der Schwartzschen Villa stattfindende Lesereihe "Himmelwärts fährt Aschenstaub" Verfemt Verbrannt  Vertrieben, ein Dialog mit Texten und Musik für und von Schriftstellerinnen aus der Zeit der Verfolgung stehen damit als Lesereihen ganz im Zeichen einer langen und immer noch aktuellen GEDOK Tradition.

 

In den 70er Jahren hat Marie-Luise Anger (Gründerin und Leiterin der staatlich anerkannten "Berliner Schule für Mime und Pantomime") zusammen mit der 1987 verstorbenen Flötistin Jeanette Chemin-Petit aus der GEDOK-Gruppe Köln die Reihe "Kontrapunkte" geschaffen. Diese erreichten nicht nur große Aufführungszahlen, durch ihre künstlerische Arbeit entstand auch eine Vernetzung der GEDOK-Verbände.

In den ersten Jahren seit der Wiedergründung 1960 spielten sich die Aktivitäten der GEDOK im privaten Rahmen ab. Kleine Verkaufs-Ausstellungen, Konzerte, Lesungen fanden in Räumen statt, die von Kunstfreundinnen hierfür zur Verfügung gestellt wurden. Erst in den 70er Jahren trat die GEDOK Berlin, dank der Initiative der Vorsitzenden, mit ihren "Jahresausstellungen" an die Öffentlichkeit. Zunächst in der Berlinischen Galerie, später im Haus am Lützowplatz konnten die Künstlerinnen ihre Arbeiten vorstellen. Mit themenbezogenen Ausstellungen machte die GEDOK zunehmend auf sich aufmerksam; sie nahm nun einen angesehenen Platz in der Berliner Kunstszene ein.
 
Diese Entwicklung wurde bundesweit unterstützt durch die Ausstellung "Gegenlicht" in der Kunsthalle Berlin am Breitscheidplatz anläßlich des 60jährigen Jubiläums der GEDOK.
 
Unter dem rot-grünen Senat Ende der 80er Jahre gab es in der Kulturpolitik eine Umorientierung. Für die spezielle Förderung von Künstlerinnen wurde in der Verwaltung des Kultursenats eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Mit finanzieller Unterstützung aus dem Etat dieser Arbeitsgruppe konnte die GEDOK seitdem zahlreiche z.T. sehr umfangreiche und innovative Ausstellungsprojekte verwirklichen. "Bildräume - Lebensräume" im Haus am Kleistpark, in Kooperation mit dem Künstlerweiterbildungs-Projekt der Hochschule der Künste (HdK), war ein erstes größeres, durch den Kultursenat mitfinanziertes Projekt. Diese "biographische" Ausstellung, beruhte auf Dialogen zwischen Künstlerinnen und Studentinnen der HdK. Dazu gehörte auch die Ausstellung "GEDOK Bildende Kunst und Gäste" 1992 im Ausstellungszentrum unter dem Fernsehturm am Alexanderplatz, in der Künstlerinnen aus Ost und West erstmals gemeinsam vertreten waren. Ihr folgten Kooperationsprojekte: 1994/95 mit der inzwischen gegründeten GEDOK Brandenburg und 1999/2000 mit Künstlerinnen aus Erfurt in gegenseitigen Ausstellungen.

 

Auch mit den Ausstellungszyklen "Kontrapunkt", "Berlin-Europa" und "5 Blicke auf die Wirklichkeit" zeigte die GEDOK-Berlin eine zeitgemäße Präsentation von Künstlerinnen.

 

Im 70sten Jahr nach der Gründung der GEDOK konnten 1996, finanziert durch Gelder der Klassenlotterie, gleich zwei große zukunftsweisende interdisziplinäre Projekte präsentiert werden: im Künstlerhaus Bethanien "aus14räumen" und in der Künstlerwerkstatt Bahnhof Westend "Über Grenzen" mit vorwiegend multimedialen Arbeiten, Installationen, Fotografie. Kritische und satirische Zeichnungen und Grafiken wurden in der Galerie Pankow ausgestellt.
 
Malerinnen konnten in der Kommunalen Galerie Wilmersdorf, in der Schwartzschen Villa in Steglitz und mehrfach in der Matthäus-Kirche am Kultur-Forum ihre Arbeiten zeigen. In einer besonderen Ausstellung stellte die GEDOK-Berlin 1997 fünf ihrer älteren Künstlerinnen in einer Videodokumentation vor.
 
Im Jahr 1999 konnten gleich zwei Ausstellungs-Höhepunkte realisiert werden. Zum ersten Mal gab es eine Ausstellung gemeinsam mit nichteuropäischen Künstlerinnen: "Kunst sehen", ein israelisch-deutsches Ausstellungsprojekt im Rathaus Schöneberg. Das Projekt "Experiment Mensch. Von der Genesis zur Genetik" war nicht zuletzt auch durch den Ausstellungsort, das Museum für Naturkunde, auf den sich die Künstlerinnen in überzeugender Weise mit ihren Arbeiten bezogen, herausragend für die Ausstellungsgeschichte des Vereins im Fachbereich Bildende Kunst.

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